Social Plugins – erlaubt oder nicht?

Social Plugins – erlaubt oder nicht?

Jeder kennt sie, die Social Share Buttons, die immer häufiger auf Webseiten eingebunden werden. Sie leuchten zumeist am unteren Bildrand rot (Google+), hellblau (Twitter) oder dunkelblau (Facebook). Und es kann sich lohnen, diese Buttons zu verwenden: Sie ermöglichen dem Nutzer, direkt und ohne die Webseite zu verlassen seinem Onlinefreundeskreis zu zeigen dass ihm oder ihr die Seite gefällt.

Dies macht nicht nur die Webseite im Freundeskreis des Nutzers bekannt, gerade im Falle von Google+ bringt ein solches „plussen“ einer Webseite wertvolle Punkte für die Verbesserung des Rankings in der weltweit wichtigsten Suchmaschine.

Doch bei dem Einsatz solcher Buttons ist auch Vorsicht geboten. Jeder Webseitenbetreiber ist nach § 13 (1) TMG dazu verpflichtet, seine Nutzer in der Datenschutzerklärung darüber zu informieren, was mit den Daten passiert, die beim Besuchen der Seite erhoben werden. Und das ist die Krux mit den Social Plugins. Webseitenbetreiber können ihre Nutzer nämlich nicht über die Datenverwendung informieren, da sie nicht wissen, was Facebook und Co. mit den erhobenen Daten machen. Die Datenübermittlung beginnt nicht erst durch das Anklicken der Social Share Buttons, sondern bereits mit dem Laden der Seite, wenn der Nutzer auch über ein Nutzerprofil im jeweiligen Social Network verfügt und sich nicht ausgeloggt hat.

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD), die Datenschutz-Aufsichtsbehörde für Unternehmen in Schleswig Holstein, hält den Einsatz von Social Share Buttons für rechtwidrig und fordert Seitenbetreiber auf, diese zu entfernen oder gar nicht erst zu verwenden.

Viele Webseitenbetreiber sind über diesen Sachverhalt nicht informiert oder wollen nicht auf die Buttons verzichten, da diese ja doch einen Verbreitungseffekt in der Zielgruppe mit sich bringen können.

Heise online hat die 2-Klick-Lösung socialshareprivacy für Social Plugins entwickelt, die in meinen Augen einen guten Kompromiss darstellen. Diese Buttons werden erst durch bewusstes Anklicken des Nutzers aktiviert. Dies sorgt für mehr Datenschutz, denn es verhindert, dass schon beim Laden der Seite Daten an den Betreiber des Social Networks weitergeleitet werden. Heise bietet socialshareprivacy für Facebook, Google+ und Twitter an. Die Illusions-Schmiede GmbH, die Muttergesellschaft der Planungsschmiede GmbH, hat die 2-Klick-Lösung weiterentwickelt und stellt dieses System jetzt auch für Xing und Linked-in bereit.

Zum kostenlosen Download geht’s hier.

Trotzdem sollten Betreiber von Webseiten ein Auge auf die aktuelle Rechtsprechung haben. Gut möglich, dass auf die Empfehlung des ULD auch bald eine entsprechende gesetzliche Regelung folgt. Und natürlich müssen die Nutzer einer Webseite in der Datenschutzerklärung informiert werden, dass Social Plugins verwendet werden.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Julia Schultz

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