Social Media – Dabei sein ist alles?

Social Media – Dabei sein ist alles?

Social Media ist in aller Munde. Manch ein Unternehmer oder Marketingverantwortlicher bekommt das Gefühl, hier unbedingt mitmischen zu müssen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Und es stimmt: Immer mehr Personen der werberelevanten Zielgruppe informieren sich im Internet über Produkte, Dienstleistungen und Unternehmen. Und immer häufiger erscheinen bei der Suchmaschinenabfrage unter den ersten Treffern Social Media Angebote.

Man kennt dieses Verhalten auch von sich selbst: Wenn ich im Internet ein Produkt bestellen möchte, kauf ich meistens eines, was andere Nutzer auf Amazon oder Ciao.de bereits positiv bewertet haben. Wenn ich eine neue Werkstatt oder einen neuen Friseur ausprobieren will, rufe ich am ehesten den Anbieter an, über den ich die meisten positiven Informationen finde. Statt der anonymen Nummer aus den Gelben Seiten wähle ich dann doch eher den Anschluss, wo ich aufgrund von einer ansprechenden Homepage oder einer originellen Facebookseite das Gefühl habe, ich kenne den Anbieter schon ein bisschen, der gleich am anderen Ende der Leitung den Hörer abnehmen wird.

Trotzdem ist Social Media Marketing für Unternehmen keinesfalls eine Wunderwaffe, die „schon alles richten“ wird. Auch das übereilte Eröffnen von Social Media Kanälen weil „das jetzt alle machen“ ist der falsche Weg.

Man kann viel Erreichen mit Social Media Marketing. Genauso gut können aber die Energien, die in den Ausbau der Social Media Kommunikation fließen, vollkommen ergebnislos verpuffen oder aber, im schlimmsten Fall, negative Kundenreaktionen hervorrufen.

Bevor Sie sich dazu entschließen, Ihr Unternehmen aktiv in den sozialen Medien zu repräsentieren, sollten Sie sich und Ihr Unternehmen auf den Prüfstand stellen, ob der Einsatz von Social Media erfolgversprechend ist. Vor allem sollten Sie genau hinsehen, falls Sie als Marketingverantwortlicher eine fundierte Entscheidung treffen sollen.

 

Pflegt Ihr Unternehmen eine offene Unternehmenskultur?

Social Media ist der Dialog mit dem Kunden auf Augenhöhe und nicht, wie im herkömmlichen Marketing, das unidirektionale proklamieren von Werbebotschaften an eine schweigende Masse. Die Kommunikation im Web 2.0 bedeutet auch Transparenz. Nur wer sich authentisch und offen präsentiert, ist für die Social Media Nutzer glaubwürdig.

Diese Transparenz muss von Unternehmen auch gewollt sein. Die Geschäftsleitung muss bereit sein, sich „in die Karten schauen“ zu lassen. Social Media funktioniert über Inhalte, die dem Nutzer Mehrwert bieten. Ist Ihr Unternehmen bereit, Know How etwa in einem YouTube Video oder einem Blogbeitrag unentgeltlich an die Nutzer weiterzugeben? Ist Kommunikation in Ihrem Unternehmen generell eine wichtige Größe? Dann ist die Grundvoraussetzung für das erfolgreiche Praktizieren von Social Media Marketing schon einmal erfüllt.

 

Besteht generell Interesse am Thema Web 2.0?

Social Media Marketing wird kaum erfolgreich betrieben werden können, wenn es der verantwortlichen Person „aufgebrummt“ wird. Ein generelles Verständnis für das und Interesse  an dem Thema muss bestehen. Im Bereich soziale Medien gibt es fast wöchentlich neue Trends und Entwicklungen, die der Verantwortliche im Auge behalten und nachverfolgen muss. Dafür ist ein gewisses Maß an Begeisterung für diese Medien hilfreich. Und auch der beständige Austausch mit den Nutzern wird dem Unternehmen nicht viel bringen, wenn er halbherzig oder gar lustlos ausgeführt wird.

 

Sind entsprechende personelle Ressourcen vorhanden?

Dies ist in Unternehmen häufig die Gretchenfrage. Die Möglichkeiten des Social Media Marketing sind vielfältig, es gibt sehr viele Wege, das eigene Unternehmen originell und umfassend zu präsentieren, aber das professionelle Bespielen von Social Media Kanälen kostet Zeit. Am ungünstigsten für ein Unternehmen ist es, wenn Kanäle eröffnet werden und dann brachliegen. Oder, noch schlimmer, wenn Kundenanfragen, die öffentlich über Social Media Kanäle gestellt werden, unbeantwortet bleiben.

Eine gute Themenrecherche und die Verarbeitung der Themen in Social Media Beiträge stellt einerseits zeitliche Anforderungen an Geschäftsführung, Marketingabteilung und Öffentlichkeitsarbeit, aber auch persönlich müssen die entsprechenden Mitarbeiter geeignet sein. Der oder die Verantwortliche für die Social Media Aktivitäten sollte ein Gefühl dafür haben, welche Inhalte die Zielgruppe interessiert und auch in der Lage sein, diese Inhalte zielgruppengerecht aufzuarbeiten.

 

Hat Ihr Unternehmen eine gut gestaltete und optimierte Unternehmenswebsite?

Wie bereits erwähnt, ist Social Media Marketing keine Wunderwaffe und darf auch nicht als solche verstanden werden. Es sollte eher Bestandteil eines ausgewogenen Kommunikationsmix sein. Die Unternehmenswebsite ist und bleibt die Visitenkarte des Unternehmens. Sie sollte gut gestaltet und vor allem suchmaschinenoptimiert sein. Social Media Marketing kann dann beispielsweise unterstützend wirken, um Besucherströme auf die Unternehmenswebsite zu lenken. Außerdem ist es für Unternehmen sehr wichtig, mindestens einen Auftritt im Internet zu haben, der vollkommen der Kontrolle der Unternehmen unterliegt, denn auf sozialen Plattformen gelten nach wie vor die Spielregeln der Betreiber.

Wenn Sie hinter diese Punkte gedanklich einen Haken machen konnten, steht dem Auftritt Ihres Unternehmens in sozialen Medien nichts mehr im Wege. Hilfreiche Tipps, wie Sie Ihr eigenes Social Media Marketing angehen, finden Sie ebenfalls in unserem Blog.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Julia Schultz

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